noT2D3.be

Helfen Sie uns, die Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 endgültig zu stoppen

Auflösung des Vereins

Beim letzten Gremiumstreffen von noT2D3.be am 14. November 2016 haben die fünfzehn anwesenden und 15 vertretenen Mitglieder für die Auflösung des Vereins gestimmt (24 Ja-Stimmen bei 6 Enhaltungen).

Die Auflösung war von der Mehrheit der Gremiumsmitglieder vorgeschlagen worden, u.a. wegen der notwendigen Umstrukturierung der Anti-Atomkraft-Bewegung sowie der Neugründung des Vereins in einer rechtlich festgelegten Form (Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht, VoG) und mit einer umfassenderen Zielsetzung als der Stilllegung der Reaktoren Tihange 2 und Doel 3.

Die Satzung des neuen Vereins, der den Namen „Fin du nucléaire“ (Ende der Atomkraft, www.endederatomkraft.be) erhalten hat, wird im Januar 2017 hinterlegt. Die künftigen Gründer von „Ende der Atomkraft“ sind ebenfalls an folgenden weiteren Vereinen beteiligt, von denen Unterstützung für den neuen Verein zu erwarten ist:

A Contre Courant (ACC).
Amis de la Terre Belgique (Friends of the Earth) .
Attac-Liège , (lokale Vertretung der Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen und zum bürgerlicher Aktion, in Lüttich).
mpOC-Liège , Lütticher Gruppe der Politischen Bewegung der Wachstumsvereigerer.

Beim Treffen des 14. Novembers wurde ebenfalls entschieden, allen Spendern und Antragstellern ihr Geld rückzuerstatten, vorrausgesetzt, daβ sie dies innerhalb von 6 Monaten nach der Auflösung beantragen, und daβ ihr Beitrag nach einschließlich 9. März 2016(1) eingezahlt wurde. Bei Ausbleiben eines Antrags gehen die Beträge an den neuen Verein, wofür sich bereits zahlreiche Antragssteller hinsichtlich ihrer Spenden und Beiträge entschieden haben.

Für die Rückerstattung schicken Sie bitten eine Email an info @ not2d3.be, in der Sie eine Kontonummer, das Datum und die Höhe des ursprünglichen Beitrags angeben.

Die mehrheitlichen Mitglieder im Gremium noT2D3.be und Gründer des neuen Vereins sind:

Benoît Dupret
Bernard Legros
Christine Gonda
Christine Pagnoulle
Ezio Gandin
Francis Leboutte
Laurent Gosset
Marie-Claire Hames
Philippe Looze
Pierre Eyben
Viviane Tits

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(1) Sollten alle seit dem 9. März erfolgten Spenden und Beiträge rückerstattet werden, läge der Kontostand von noT2D3.be bei null (genauer gesagt -43€).

Der Aufruf von noT2D3.be

den 24. Januar 2016. Aktualisierung vom 12. Juli 2016

 

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Inhalt

– Geschichte der Reaktoren T2 und D3
– Fazit
– Gerichtsverfahren
Wie können Sie uns helfen?
– Weitere Informationen

Geschichte der Reaktoren T2 und D3

Der Reaktor 3 des Kernkraftwerks Doel (D3), der 1982 in Betrieb genommen wurde, wurde zunächst im Juni 2012 abgeschaltet, nachdem man Tausende von Haarrissen im Reaktorbehälter entdeckt hatte. Im August 2012 wurden ähnliche Defekte am Reaktorbehälter des Reaktors 2 im Kernkfraftwerk Tihange (T2) festgestellt. Daraufhin wurde dieser Reaktor, der 1983 in Betrieb genommen worden war, abgeschaltet (1).

Kaum ein Jahr später, im Mai 2013, erteilte die AFCN (2) dem Konzern Electrabel die Erlaubnis, diese Reaktoren wieder hochzufahren. Verbunden mit dieser Erlaubnis war die Auflage, binnen eines Jahres Tests und Studien durchzuführen.

Im März 2014 beschloss Electrabel, die geplante Stilllegung dieser beiden Reaktoren vorzuziehen, weil ein Bestrahlungstest an einem den Reaktorbehältern ähnlichen Stahlmodell eine zu große Brüchigkeit zeigte (3).

Als Versuch der Erklärung für dieses unerwartete Ergebnis unternahm Electrabel im Anschluss weitere Tests und Analysen. Zugleich wurden die Reaktorbehälter mit einem den Angaben zufolge verbesserten Verfahren nochmals untersucht – mit dem Ergebnis, dass im Vergleich zu den Untersuchungen von 2012 wesentlich mehr Schäden zutage traten : über 13 000 an Doel 3 und über 3 000 an Tihange 2. Im November 2015 schließlich genehmigte die AFCN nach zwanzigmonatigen Beratungen und Analysen das Wiederhochfahren der beiden Reaktoren.

Fazit

Was ist von alledem zu halten? Nun, zunächst einmal ist der Reaktorbehälter der zentrale Bestandteil eines Kernkraft­werks. Kein Defekt daran kann toleriert werden, weil ein Zerreißen dieses Behälters ein Ereignis wäre, das den Reak­tor außer Kontrolle geraten ließe und das sich unvermeidlich zur Kernschmelze und zur absoluten Katastrophe auswach­sen würde, ähnlich wie in Tschernobyl und Fukushima. Genau diese Nulltoleranz ist als Standard in allen Pflichten­heften für den Bau von Kernkraftwerken vorgesehen (4).

Diese maximalen Qualitätsanforderungen erfüllen die Reaktorbehälter von T2 und D3 nicht. Ein neuer Reaktor, dessen Reaktorbehälter die herausgestellten Defekte aufwiese, würde in keinem Land der Welt abgenommen (5).

Für Normalsterbliche liegt diese Feststellung auf der Hand, aber nicht für die AFCN, was die Legitimität dieser Instanz und ihre Fähigkeit, die Reaktorsicherheit in Belgien zu überwachen, infrage stellt.

Der Federführung von Electrabel und AFCN sind zahlreiche weitere Verfehlungen anzurechnen, die die Sicherheit der Bevölkerung Belgiens und seiner Nachbarländer betreffen. Nachdrücklich zeigt das die Studie von Ilse Tweer, einer für ihre materialwissenschaftliche Expertise anerkannten Bera­terin (6). Herauszuheben sind hier die generelle Vorgehens­weise, die gegen alle Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis verstößt, und die fehlende Erklärung für den Grund der Haarrisse, was allein schon jede Wiederinbetriebnahme hätte verhindern müssen.

Last but not least kann jeder Bürger sich über die Abwesen­heit der politischen Instanzen bei dieser Entscheidung nur wundern, wenn der für die Reaktorsicherheit zuständige, Innenminister Jan Jambon, die Energieministerin Marie-Christine Marghem, der Premierminister Charles Michel und all die anderen Minister seiner Regierung sich hinter die allmächtige Kompetenz der AFCN zurückziehen, um ihr die gesamte Entscheidungsgewalt zu überlassen und so die öffentliche Diskussion im Keim zu ersticken.

Gerichtsverfahren

Angesichts dieses wissenschaftlichen und politischen Armutszeugnisses und der absurden Risikobereitschaft haben sich Bürger aller Landesteile für eine Klage entschieden. Ziel ist die endgültige Abschaltung dieser beiden Reaktoren.

Erste Schritte waren Ende Dezember 2015 das Einreichen einer Klage auf einstweilige Verfügung durch im Namen der NSK (Nucléaire Stop Kernenergie) und die gerichtliche Anordnung vom 9. März 2016, die diese Klage der Vereini­gung abwies. Dies ist eine Niederlage, aber auch ein Voran­kommen in dem Sinn, dass die Klage als zulässig eingestuft wurde (7). Was die Reaktoren T2 und D3 betrifft, wurde also die Tür für einen erneuten Gang vor Gericht aufgestoßen, vor allem durch neue Erkenntnisse, die es erlauben dürften, die Expertise der AFCN besser zu widerlegen.

Eine zweite Klage im Namen privater Kläger, also natürlicher Personen, wird baldmöglichst eingereicht. Sie wird sich, zusätzlich zu den erwähnten neuen Erkenntnissen, auf Rechtsgrundlagen berufen, die im Rahmen einer Verbandsklage nicht geltend gemacht werden konnten.

Die Kosten des neuen zu erwartenden Verfahrens sind schwer einzuschätzen, da zusätzlich zu Gerichts- und Anwaltskosten noch Honorare für Gutachten hinzukommen, die allein bis zu mehrere Zehntausend Euro betragen könnten. Die Kläger müssen sich also auf Ausgaben von 40 000 bis 50 000 Euro gefasst machen.

Wie können Sie uns helfen?

Bankverbindung

noT2D3.be
IBAN : BE43 0689 0555 0601 (BIC : GKCCBEBB)
Adresse : Liège, Belgique
Vermerk (Verwendungszweck): eine E-Mail-Adresse (damit wir Sie leicht kontaktieren können).

Praktische Details

Das Bankkonto wird geführt von drei Mitgliedern dreier unterschiedlicher Vereinigungen.

Wenn alle Verfahren beendet sind, wenn die Reaktoren abgeschaltet und die Unkosten bezahlt sind und noch Geld auf dem Konto übrig bliebe, würde dieses Geld ausschließlich für Kampagnen gegen Atomreaktoren verwendet, die die zur Zeit ihrer Konstruktion vorgesehene Lebensdauer (30 Jahre) überschritten haben – also leider: alle belgischen Reaktoren …

Weitere Informationen

Über die Startseite finden Sie:

– den aktuellen Stand des Spendenkontos
– die Liste derjenigen, die sich der Klage angeschlossen haben (Antragsteller)
– die Liste der Vereinigungen, die diese Initiative unterstützen

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(1) Jeder dieser beiden Reaktoren hat eine Leistung von 1000 MW (Megawatt). Ein Gesetz, das 2003 verabschiedet wurde, machte es möglich, die Lebensdauer dieser beiden Reaktoren um 10 Jahre zu verlängern, ebenso wie die der 5 anderen Reaktoren – von 30 Jahren auf 40, wie durch einen Zaubertrick. Nach diesem Gesetz hätte der Reaktor Tihange 1 2015 abgeschaltet werden müssen. Doch 2012, wiederum wie durch einen Zaubertrick, schob die Regierung die Abschaltung auf 2025 hinaus. Dasselbe geschah mit den Reaktoren Doel 1 und Doel 2 gemäß einer Vereinbarung, die am 30. November 2015 von den Gesellschaften Engie und Electrabel und dem Staat Belgien, vertreten durch den Premierminister Charles Michel und die Energieministerin Marie-Christine Marghem, unterzeichnet wurde. Gegen dieses Abkommen läuft eine Klage von IEW und BBL – siehe deren Internetseiten für zusätzliche Informationen: www.iew.be und www.bondbeterleefmilieu.be .

(2) AFCN (FANC) : belgische Agentur für Nuklearkontrolle (www.afcn.fgov.be).

(3) Die Brüchigkeit des Stahls unter Bestrahlung war bedeutend höher als vorhergesehen. Das Modell war von Areva zur Verfügung gestellt worden und bestand aus einer Stahlsorte, die der der betroffenen Reaktorbehälter ähnlich war und die auch ähnliche Fehler aufwies.

(4) Wohlgemerkt, ein Reaktorbehälter kann weder repariert noch ersetzt werden.

(5) Was auch der Leiter der AFCN, Jan Bens, kürzlich bei einer Begegnung mit Camille Gira, Staatssekretär im luxemburgischen Ministerium für Nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, zugegeben hat. Siehe www.rtbf.be/info/.. . (19. Januar 2016).

(6) Flawed Reactor Pressure Vessels in the Belgian NPPS Doel 3 and Tihange2, veröffentlicht im Januar 2016. Diese Studie ist in weiteren Sprachen auf unserer website verfügbar, wo Sie auch andere Studien und Analysen finden können.

(7) Im Gegensatz zu dem Verfahren, das in einem ähnlichen Fall 2015 von Greenpeace angestrengt wurde, das jedoch als nicht zulässig abgewiesen wurde (ein Verfahren vor dem Staatsrat gegen die Laufzeitverlängerung der Reaktoren D1 und D2).